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START-UPS! und manchmal DOWNS!


by WHITE SPACE

Ein Start-Up zu gründen ist eine mutige Entscheidung, die die Bereitschaft voraussetzt, sich auf eine längere Phase der Unsicherheit einzulassen. Sie brauchen als Gründer die Überzeugung, dass ihre Idee Sinn macht und Nutzen stiftet. Eine Gründungsphase ist gekennzeichnet von chaotischen, unberechenbaren Abläufen, die andererseits aber auch eine hohe Lebensintensität mit sich bringt. Als Gründer sind sie von ihrer Idee absorbiert und setzen ihre ganze Energie dafür ein, den kreativen Gedanken mit Leben zu füllen. Eine Erfahrung, die nicht allzu viele Menschen im Laufe ihres Lebens machen.

Garantie für den Erfolg gibt es keine! Das Risiko des Scheiterns ist im Hintergrund immer präsent. In einem Transformationsprozess können sie kaum wirklich wissen, was morgen passiert. Wir leben in einer „economy of disruptive innovation“, was in der Konsequenz bedeutet, dass der Grad an Unberechenbarkeit sehr hoch ist. Und trotzdem müssen sie als Start-Up tun, was sie tun.

Es verhält sich hier ähnlich wie bei Künstlern: Künstler müssen Kunst „machen“, weil es es aus ihrem tiefsten Inneren heraus tun müssen. Sie können gar nicht anders: unabhängig von Ergebnis.

Um erfolgreich zu sein, braucht es eine entsprechende Kultur, die die grundsätzlichen Bemühungen der Start-Ups unterstützt und vor allem auch im Falle des Scheiterns eine annehmende Atmosphäre aufrecht erhält.

Wenn sie eine Blume allein in der Wüste pflanzen, wird das dazu führen, dass der Blume kein langes Leben beschieden ist. In einer Oase sind die Bedingungen für ein gedeihliches Wachstum schon wesentlich besser. Es braucht das entsprechende Umfeld, damit sich alle Bewohner des Biotops entsprechend entwickeln können. Ausgrenzung oder Abwertung eines Teils des Biotops erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass das Biotop als Ganzes Schaden erleidet.

Und so verhält es sich auch mit einer wirkungsvollen Start-Up-Kultur. So manches Start-Up ist zum „Scheitern“ verurteilt. Viele andere werden ihren Beitrag zur gesellschaftlichen Weiterentwicklung leisten können. Auch deshalb, weil das atmosphärische Umfeld stimmt.

Scheitern gehört zum Leben dazu, die entscheidende Frage ist, was der einzelne daraus lernt. Im Erfolg vergisst man die Lernerfahrungen nur allzu leicht. Für viele Menschen, nicht nur Start-Up-Gründer, ist Scheitern ein notwendiger Prozess, der ihre individuelle Weiterentwicklung fördert. Das zu verstehen, verändert auch den Blick auf das Wesentliche.

Im europäischen Raum ist Scheitern ja nach wie vor negativ besetzt, Schadenfreude einer der Standardreflexe. Hier sieht man den Mut, sein Leben in Eigenverantwortung und mit Risikobereitschaft zu gestalten einfach zu wenig.

Bei genauer Betrachtung ist das Empfinden von Schadenfreude ja das Eingeständnis eigener Schwäche. Der gescheiterte Start-Up-Unternehmer ist hierfür nur die äußere Projektionsfläche.

In der Essenz: sie können nie wissen, wohin sie ein Scheitern wirklich führt. Im Idealfall zum nächsten Erfolg.

Wobei gilt: das Unterscheiden von Scheitern und Erfolg ist eine wenig hilfreiche Interpretation der Wirklichkeit! Das Leben zeigt sich nicht in Schwarz-Weiß-Mustern. Die entscheidende Frage bleibt, wie wir innerlich die unterschiedlichen Situationen unseres Lebens nutzen, um zu lernen und zu wachsen.

Perspektive: Es wird in Zukunft wichtig sein, eine wirtschaftliche Landschaft zu schaffen, die ein Neben- und Miteinander von Start-Ups und großen, umsetzungsorientierten Unternehmen ermöglicht. Beide brauchen einander und gescheiterte Start-Ups sind als Erfahrungswert genauso wichtig wie erfolgreiche.

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