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  • whitespacewolf

"ICH WEISS NICHT!"


Soweit ich mich erinnern kann, habe ich bis jetzt noch nie einen Vorstandsvorsitzenden, einen Geschäftsführer oder Menschen in ähnlichen Rollen erlebt, dass sie auf eine Frage mit "Ich weiß nicht" geantwortet haben. Noch nie!

Bei jeder Präsentation gibt es üblicherweise die Möglichkeit für das Publikum, Fragen zu stellen. Auch hier, wenn Experten ihre Meinung zu einem bestimmten Thema darlegen, kommt es nicht vor, dass Nicht-Wissen, vor allem über zukünftige Entwicklungen, ein Thema wäre.

Bei genauer Betrachtung ist die Realität kaum vorauszusagen. Das Bestmögliche, das sie an Prognose bekommen können sind Wahrscheinlichkeitsberechnungen auf Grundlage der aktuellen Ereignisse. D.h. unter der Voraussetzung, dass sich nichts RELEVANTES verändert.

Nun verändert sich in der Realität aber zunehmend mehr RELEVANTES.

D.h. die Vorhersagbarkeit wird immer schwieriger. Warum dann trotzdem kein "Ich weiß nicht"?

Viel hängt nach wie vor mit dem Rollenverständnis von Führungskräften und Experten zusammen. Ihr Selbstverständnis erlaubt kaum, dass sie Nicht-Wissen eingestehen dürfen. Zumindest nach außen. Vor diesem Hintergrund ist dann allerdings jede verbale Äußerung eine Gradwanderung. Innerlich wissen sie, dass sie keine ehrliche Antwort geben können. Nach außen.....

.....ein Spannungsfeld, das kaum ohne Glaubwürdigkeitsverlust aufrecht zu erhalten ist.

Vor allem Führungskräfte werden durch die Realität zunehmend dazu gezwungen, Nicht Zu Wissen. Zu komplex ist die Wirklichkeit. Zuhören, neugierig sein, wissen wie sie Essenz erfragen können, Mitarbeiter als Mitentscheider fördern......

In Summe führt all das zu einer Veränderung des Rollenverständnisses von Führungskräften. Auch wenn es den meisten schwer fällt, diese Entwicklung anzunehmen und vor allem zu sehen, dass damit auch ein hohes Maß an Entlastung verbunden ist.

In der Essenz bewirkt Nicht-Wissen letztlich ein erhöhtes Maß an Aufmerksamkeit sowie ein offeneres Denken!

#auuthentic

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