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HERAUSFORDERUNG CHANGE


„Don´t fight forces, use them!“

Buckminster Fuller

Wir alle leben in Systemen, die unser Verhalten bestimmen. Das mag uns nicht bewusst sein, weil unser Verstand uns meist vorgaukelt, dass wir selbstbestimmt agieren. Nun, solange wir unseren Gedanken Glauben schenken mag dem so scheinen.

Und gleichzeitig ist das das zentrale Problem, wenn es um die notwendigen Veränderungen geht vor denen wir alle stehen: als Unternehmen, als Gesellschaft, als Einzelner.

Hypothese: Unseren Gedanken zu glauben bedeutet, einer Scheinrationalität zu folgen, die uns letztlich in die aktuelle, immer komplexer scheinende Lebensrealität geführt hat. (Auch das aber eine Sichtweise, die ich nur als Hilfskonstrukt sehe!).

Wie Systeme tatsächlich wirken, vor allem in welcher Eigendynamik sie wirken, sehen wir daran, wie schwer es Unternehmen und Politik fällt, die erkannten und geplanten Veränderungsschritte zu setzen. Wir können erkennen, wie leicht wir der Gewohnheit erliegen, wie leicht wir dem (unausgesprochenen) Eigeninteresse folgen, wie leicht wir unseren Bezug zu unserer Lebendigkeit verlieren um komfortabel durch den Alltag zu „surfen“.

In Summe: wir neigen dazu, am Traditionellen festzuhalten, auch wenn der Druck der Wirklichkeit schon so stark geworden ist, dass wir Gefahr laufen, in der Sackgasse festzustecken.

Unseren Gedanken zu glauben heißt auch, Trennung in unserem Leben zuzulassen: Trennung von anderen Menschen, Trennung von Herz und Verstand, Trennung auf Kosten eines materiellen Grundverständnisses, das unserem Lebenszweck zutiefst wiederspricht. Die tiefere Realität des Lebens mag von Einheit geprägt sein, wir haben aber den Bezug zu dieser Einheit verloren(scheinbar!) bzw. fehlt uns das Sensorium, diese Wirklichkeit in unserem Leben zu erkennen.

Nun mag es zwar so sein, dass die Mitarbeiter eines Unternehmens nicht wirklich zufrieden sind mit den gegebenen Rahmenbedingungen, wenn es dann allerdings die unausweichlichen Change-Prozesse gibt(um etwaige Missstände zu korrigieren, sich neu auszurichten,……)gibt es plötzlich ungeahnte Widerstände. Widerstände sind immer auch der Ausdruck eines Festhaltens an bekannten Zuständen, Ausdruck von Angst, sich in neue Räume des Daseins zu bewegen. Die Führungskräfte wundern sich dann über den Gegenwind, vernachlässigen aber die Tatsache, dass sie selbst in den meisten Fällen auch nur halbherzig(im kognitiven Sinne) bereit sind, sich den anstehenden Veränderungen anzupassen.

Nicht umsonst ist das Eisbergmodell eine beliebte Metapher für die Diskrepanz zwischen bewussten und unbewussten Anteilen von Menschen und auch Organisationen. Der wesentlich größere Teil des Eisbergs, der unterhalb der Wasserlinie liegt, ist schwer zugänglich und löst demzufolge auch entsprechend viele Ängste bei den Betroffenen aus.

Die Konsequenz: der Versuch, die anstehenden Veränderungen nur auf der Oberfläche des Eisbergs durchzuführen, muss scheitern. Einfach deshalb, weil der Veränderungsdruck, dem wir alle in der einen oder anderen Form ausgesetzt sind und dazu auffordert, unter die (Wasser-)Oberfläche zu tauchen und tiefere Formen der Wirklichkeit zu erkunden.

Und manchmal wird es dabei ziemlich kalt!

#eisbergchange

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