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  • whitespacewolf

TRANSFORMATION LEICHT GEMACHT?!


Der Bedarf an Veränderungsmanagement ist hoch, mindestens genauso hoch jedoch die Rate der Fehlschläge. Die Relation zwischen Bedarf und Fehlschlägen ist zwar bekannt, bei Beratern ebenso wie bei Führungskräften,….jedoch!

Weshalb also nach wie vor dieses Missverhältnis?

Hypothese: die Beharrungskräfte eines Systems werden häufig gravierend unterschätzt. Genauer gesagt, die Beharrungskräfte des Denkens aller Beteiligten werden unterschätzt. Die meisten Beteiligten sehen sich nicht als Teil des Systems, sondern kritisieren nur das System aus der eigenen Perspektive. Bei dieser Sichtweise ist der Projektion Tür und Tor geöffnet.

Zu erkennen, wie das eigene Denken und Handeln von systemischen Zusammenhängen und Einwirkungen geprägt ist, ist für die meisten Mitarbeiter und auch Führungskräfte ein schwer erkennbarer Zusammenhang. Führungskräfte gehen ja gerne implizit davon aus, dass sie die Kybernetiker(sprich Steuermänner) des Systems sind.

Unausgesprochen: „Wir wissen es besser“.

Selbsterkenntnisprozesse gehören zu den schwierigsten Aufgaben im Leben und genau deshalb haben Systeme wie eben Unternehmen, ein so hohes Beharrungsvermögen: Menschen sind oft kaum in der Lage ihr eigenes Denken zu hinterfragen. Sie identifizieren sich mit ihrem Denken, sehen kaum die Grundlagen ihrer Denkstrukturen.

In dem Moment, in dem sie sich mit ihrem Denken identifizieren, verbauen sie sich aber die Möglichkeit, Veränderung zu bewirken bzw. zuzulassen.

Hinzu kommt: die hierarchische Struktur der meisten Unternehmen, vor allem natürlich von großen Unternehmen, führt dazu, dass die Mitarbeiter verstärkt das Gefühl haben, dass über sie bestimmt wird. Klassische Hierarchien erschweren so das „Denken“ in Zusammenhängen. Über kurz oder lang wird der eigene Arbeitsbereich als Selbstzweck gesehen und die Frage nach dem Beitrag für das größere Ganze tritt in den Hintergrund.

„Man selbst“ ist im Besitz der alleinigen Wahrheit, fühlt sich nicht verstanden, das Problem liegt woanders, Eigeninteressen entstehen(unausgesprochen, aber gefühlt!)…….in Summe entwickelt sich hier ein Mechanismus der primär dem Selbstschutz dient, sich aber in das Kostüm der sachlichen Kompetenz kleidet.

Allein anhand dieser Fakten können sie schon erkennen, welche Eigendynamik hier entstehen kann. Wenn sie jetzt noch die Geschwindigkeit und die Unsicherheit, die in der globalen Entwicklung zum Ausdruck kommt hinzuaddieren, dann bekommen sie einen ungefähren Eindruck, warum die Beharrungskräfte eines Systems so massiv sein können. In der Essenz lassen sich viele Ängste dahinter verstecken. Ängste, die Führungskräfte und Mitarbeiter kaum je thematisieren, weil sie (nicht zu Unrecht)glauben, sich dadurch verletzbar und angreifbar zu machen.

Der Umgang mit diesen Beharrungskräften und den dahinter verborgenen Ängsten ist es, der Veränderungsdynamik zulässt oder eben blockiert. Und dieser Umgang braucht Zeit und vor allem den MUT, sich auf unbekanntes Terrain einzulassen:

unbekanntes Terrain in sich Selbst und im Umfeld jeder Organisation.

#beharrungsystemisches

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